Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst überschritten.

Wir fordern eine ökologisch nachhaltige Entwicklung der Region!

 

Zunehmende Belastungen ohne Ende

Durch den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur des Rhein-Main-Gebietes hat die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung in der Region stark zugenommen. Dieses gilt nicht erst seit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn des Frankfurter Flughafens. Dieser hat sich zu einem logistischen Drehkreuz entwickelt, das weiteres Verkehrsaufkommen vor allem auf der Straße nach sich zieht. Die Entwicklung des Logistiksektors korrespondiert dabei mit dem Rückgang gewerblicher und landwirtschaftlicher Produktion in der Rhein-Main-Region. An die Stelle von vormals qualifizierten Arbeitsplätzen treten damit zumeist Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor von Logistik und Verkehrswesen.

Gegen eine „Weiter so“-Mentalität

Diese Entwicklung ist fern jeglicher Nachhaltigkeit. Zum einen wird damit die Belastbarkeit der Menschen in der Region vor allem durch Lärm und Feinstaub überschritten. Zum anderen ist auch absehbar, dass die bereits in den nächsten Jahren zu erwartende Verknappung fossiler Brennstoffe zu Umbrüchen im Flug- und Straßenverkehr führen wird. Bei den politischen Entscheidungsträgern fehlt jedoch jegliches Bewusstsein für eine ökologisch nachhaltige Kurswende, sondern es dominiert eine „Weiter so“-Mentalität. Ökologisch begründete Maßnahmen, wie z.B. die Einrichtung von Umweltzonen für Innenstädte, haben deshalb nur schadensbegrenzende Wirkung. Neue Konzepte, wie z.B. die Propagierung des Rhein-Main-Gebietes als Modellregion für Elektromobilität können zwar langfristig in Teilbereichen wie der Feinstaubbelastung signifikante Verbesserungen erreichen, stellen jedoch nicht das Primat des motorisierten Individualverkehrs infrage.

Vom Protest zu Alternativkonzepten

Nach der Eröffnung der Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen hat sich eine beispiellose Protestbewegung etabliert, die im Kern die Reduzierung des Flugverkehrs und den Rückbau der Flughafen-Infrastruktur fordert. Die Zukunft der Metropolregion Rhein-Main kann und darf nicht in einer Fortschreibung der globalisierten Transportlogistik und der Zunahme einer erzwungenen Mobilität durch Konzentrierung von Arbeitsplätzen an zentralen Unternehmensstandorten liegen. Mögliche und notwendige Alternativen für die wirtschaftliche Entwicklung der Metropolregion Rhein-Main müssen mit einer ökologisch fundierten Langzeitplanung aufgezeigt werden.

Ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung ist machbar

Das Netzwerk Umwelt und Klima Rhein-Main fordert deshalb einen Masterplan, der die ökonomische und gesellschaftliche Regionalentwicklung ökologisch fundiert mit dem Zeithorizont 2030 aufzeigt. Dieser Masterplan muss beinhalten:

  1. Bestandsaufnahme mit einer Gesamtbelastungsstudie, welche die kumulierten Wirkungen von Lärm, Feinstaub und anderen Umweltbelastungen darstellt

  2. Maßnahmen zur Aufhebung der global und regional unsinnigen Standortkonkurrenz

  3. Vermeidung von unsinnigen Verkehrsströmen durch wohnortnahe Arbeitsplätze

  4. Konzeption für regionale Wirtschaftskreisläufe zur Vermeidung globalisierter Logistikketten

  5. Erschließung von öffentlichen Flächen in Innenstädten durch Verkehrsverlagerung auf ÖPNV und nicht-motorisierten Individualverkehr